Die „2026 EurILCA Master Germany“ fand in Hamburg mit internationaler Beteiligung (35 Starter im ILCA 6) auf dem Mühlenberger Loch statt. Ein Revier das für mich mit Kindheitserinnerungen verbunden ist (ich bin in Hamburg aufgewachsen).
Die Tide spielt auf der Elbe natürlich eine Rolle und so befragte ich Einheimische, die die komplexen Strömungskarten abtaten und den Tipp gaben die groben Richtungen auflaufendes oder ablaufendes Wasser zu beachten und ansonsten nach Windfeldern zu segeln.
Am ersten Wettfahrttag herrschte leichter Wind aus Südost und auflaufendes Wasser aus westlicher Richtung. Beim Start war Zurückhaltung geboten um vom Strom nicht frühzeitig über die Linie gedrückt zu werden. Nach einem guten Start und leichten Verschiebungen über die gesamte Wettfahrt konnte ich sie auf dem 10. Platz beenden. Ich war zufrieden und hatte das Gefühl mithalten zu können. In der zweiten Wettfahrt startete ich am Leefass, befand mich aber in Abwinden der vorderen Boote, so dass ich lange auf die linke Bahnseite segelte bis ich komplett freien Wind hatte und wenden konnte.
Das erwies sich als Glücksfall, weil eine linksdrehende Böe mich vor das Feld katapultierte und ich an erster Stelle das Luvfass rundete. Den Platz konnte ich bis zu den abschließenden zwei Raumwindstrecken des Trapezoid-Kurses halten. Dort passierte allerdings ein Pulk von denen ich zwei Boote auf der Zielkreuz noch abfangen konnte, so das ich auf dem 4ten Platz ins Ziel kam.
Beim dritten und letzten Tagesrennen war das Startschiff bevorteilt. Ich entschied mich zu spät und war beim Start eingebaut. Selbst das Wegwenden half nicht wirklich und ich musste ein zweites Mal wenden, in eine Böe, die mich auf Backbordbug einmal hinter dem Feld durchfahren ließ. Ich wendete ganz auf der linken Bahnseite angekommen und befand mich innerhalb kürzester Zeit wieder auf dem ersten Platz. Den konnte ich bis zum letzten Raumschenkel verteidigen auf den ich noch Christoph Wurm vorbeilassen musste, dessen Raumschot-Geschwindigkeit ich nicht halten konnte.
Mit den Plätzen 10, 4 und 2 lag ich nach dem ersten Tag punktgleich mit Thomas Deimling auf dem ersten Platz. Das war ein phantastisches Gefühl, und da ich schon seit beinahe zwei Jahren an keiner Master Regatta teilgenommen hatte, war „die Konkurrenz“ entsprechend überrascht. Am zweiten Tag war noch leichterer Wind der immer weiter nachließ, so das wir zum Ende der Wettfahrt kaum noch vorankamen. Ich startete wieder am Leefass, wendete spät und konnte in einer minimalen Böe über dem Feld segeln. Ich merkte wie ich immer weiter auf USA-194591 unter mir absackte und über mir Alexandra Behrens
mit gutem Speed durchfuhr.
Als ich in ihre Abwinde geriet, musste ich etwas tun und wendete nach links wo in Höhe des Luv-Fasses der Ansatz einer Böe zu erkennen war. Die Böe entwickelte sich
nicht wirklich, aber zumindest war ich frei und konnte mich auf dem 8ten Platz um die Luvtonne retten. Das Problem war, das das gesamte Feld direkt dahinter rundete, in minimalem Abstand über
mir. Mit einer Böe wären sie durch gewesen. Ich konnte bis zur Steuerbord-Leetonne den Abstand konservieren, wendete sofort und fuhr im Harakiri-Modus durch das ganze Vor-dem-Wind-Feld auf
die rechte Bahnseite. Das erwies sich als richtig und ich beendete die verkürzte Wettfahrt noch auf dem 6ten Platz.
Ein Teil des Feldes schaffte das Zeitlimit nicht und bekam die volle Punktzahl aufgebrummt. So erging es auch Thomas Deimling, der vom zweite auf den neunten Platz zurückfiel. Ich lag insgesamt – wieder punktgleich – auf dem zweiten Rang hinter dem Niederländer Wilmar Groenendijk, der die vierte Wettfahrt gewinnen konnte.
Da am letzten Tag trotz angesagten 9-15 Knoten Wind wegen der Gewitterlage und der daraus resultierenden Flaute keine Wettfahrt mehr zustande kam, blieb es dabei und ich feierte mit dem 2. Rang im ILCA 6 bei der „2026 EurILCA Master Germany“ den bisher größten Erfolg meiner Regattalaufbahn.
Einen herzlichen Dank an den MSC für die tolle Organisation und an die Wettfahrtleitung. Es war schön eine Zeit in Hamburg zu verbringen und alte Freunde wiederzusehen.
Georg





